TORONI SITHONIA CHALKIDIKI
(ΤΟPΩΝΗ ΣΙΤΗΟΝΙΑ ΧΑΛΚΙΔΙΚΗ)toroni-castle-ruins-sithonia-halkidiki-greece-widelogo

Toroni (griechisch Τορώνη) ist eine kleine Siedlung an der südwestlichen Küste auf der Halbinsel Sithonia auf dem Gebiet der historischen Stadt Toroni. Der Name der Siedlung stammt aus der griechischen Mythologie. Toroni war der Name der Gemalin des Gottes Proteus, Sohn des Poseidons.

Zu dem Urlaubsgebiet Toroni gehört ein Küstengebiet mit weiten Sandständen. Unweit von Toroni befindet sich der idyllische Naturhafen Port Koufo mit vielen kleinen Buchten und abgelegenen Stränden.

Zu den jährlichen lokalen Feierlichkeiten in Toroni gehört das Festival der Traditionen. Das Festival findet am Pfingstwochenende statt und präsentiert verschiedene Musik-, Tanz-, und Theateraufführungen. Maria Himmelfahrt, einer der wichtigsten Feiertage in Griechenland, wird am 15. August mit einer zweitägigen Kulturveranstaltung zelebriert.

Zu den touristischen Attraktionen von Toroni gehören die Mosaike der frühchristlichen Basilika des heiligen Athanasios, die im 6. Jahrhundert einem Feuer zum Opfer fiel.
Im Laufe der Zeit sanken Teile der antiken Stadt sowie deren Hafenanlage unter die Meeresoberfläche ab und können bei Tauchgängen besichtigt werden.

Die heutige Ortschaft befindet auf dem Gebiet des historischen Toroni, einer der wichtigsten und reichsten Polis in Chalkidiki. Die antike polis war in 3 Bereiche eingeteilt:
- die Akropolis, die sich zwischen der Festungsanlage und Port Koufo befand
- das historische Stadtzentrum, im Bereich südwestlich der Akropolis bis zur Küste einschließlich der Festungsanlage
- und die Stadtumgebung (griechisch: Προάστειον, Proastion), die sich auf dem damals wesentlich breiteren Landenge zwischen der Festung und der Stadt.

Kalamitsi-bay-Sithonia-halkidiki-greecelogoObwohl ein Großteil der alten Bauwerke des historischen Toroni auf Geheiß der osmanischen Besatzung zerstört wurden, um Baumaterial zu erhalten, lassen sich noch viele der antiken Gebiete durch Ruinenfragmente erahnen. Die Umgebung ist gespickt von Scherben antiker Töpfereiarbeiten und Dachpfannen. Historisches Wahrzeichen von Toroni sind die Ruinen der in der Antike erbauten und in byzantinischer Zeit restaurierten Festungsanlage Lecythus.
Wichtiger archäologischer Fund ist eine Grabanlage aus der Eisenzeit. Die Ausgrabung förderte Gebein- und Urnengräber vom 2. Jahrhundert bis zum 9. Jahrhundert zu Tage.

Im Zuge der griechischen Verwaltungsreform im Jahr 1997 wurden Toroni, Sarti und Sykia zu der Gemeinde (griechisch δήμος, Dimos) Toroni zusammengeschlossen. Obwohl Toroni die kleinste Siedlung in der Gemeinde darstellt, war dessen historische Relevanz ausschlaggebend für die Namensgebung der Gemeinde. 2010 wurden die diversen Verwaltungsbereiche in Sithonia zu einer einzigen Gemeinde vereint.

Toroni wurde vermutlich im 8. Jahrhundert vor Christus von Siedlern der südwestlichen Region Chalkis gegründet. Begünstigt durch seine strategische Lage und dem Zugang vieler natürlicher Ressourcen entwickelte sich Toroni in kurzer Zeit zu einer der wichtigsten Städte in Chalkidiki. Im Laufe der vorchristlichen Geschichte spaltete sich ein Bereich von Toroni ab um als eigenständige Stadt Sarte zu agieren. Zu Zeit der Perserkriege unter Führung von Xerxes I alliierte sich Toroni mit den Persern und erhielt in Gegenleistung die Stadt Olynthos. Wie alle wichtigen Küstenstädte in Sithonia war auch Toroni 479 v. Chr. Teil des Attischen Seebundes. Um die Kontrolle über das Gebiet zu gewährleisten, ließ Athen eine Garnison in Toroni errichten, die allerdings von spartanischen Truppen bei einem Überraschungsangriff eingenommen wurde. Unter Führung des Kommandanten Nikias konnte die das Gebiet anschließend wieder zurückerobert werden. Nach Ende des Krieges trat Toroni in den Chalkidischen Bund ein, welcher von der Stadt Olynthos geleitet wurde. Viele Einwohner der historischen Region Sithonia siedelten auf ein Dekret des Königs Perdikkas in die ständig wachsende Metropole Olynthos um. Nach der Eroberung des Gebietes und Zerstörung der Stadt Olynthos durch den makedonischen Königs Phillip II, war Toroni sowie gesamt Sithonia Teil des makedonischen Königreiches. Nach der Eroberung durch römische Truppen im Jahre 168 v. Chr. und im nachfolgenden römischen Zeitalter verfiel die Stadt, wurde aber nachweislich bis über die byzantinische Epoche weiterhin bewohnt. Während und nach byzantinischer Zeit fiel das Gebiet in den Verwaltungsbereich der Mönchsrepublik Athos. Im 15. Jahrhundert war das Küstendorf das Ziel von Piratenüberfällen, worauf hin die Bewohner zwischenzeitlich in das inlandgelegene Sykia evakuierten. Später kehrten die Bewohner in das Küstengebiet zurück, um sich im 17. Jahrhundert etwas weiter nördlich der historischen Stadt in das neu erbaute Toroni anzusiedeln. Die Steine der historischen Bauwerke von Toroni wurden von der Osmanischen Besatzungsmacht Anfang des 20. Jahrhunderts abgetragen um eine Straße von Thessaloniki nach Konstantinopel zu errichten.

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